Obsessive-Compulsive Spectrum DisordersBody Image and Dysmorphia StudiesMultisensory perception and integration

Wiebke Münkel, A. Grocholewski

2026.6.5PSYCHOTHERAPIE

DOI: 10.1007/s00278-026-00852-2

Resumen

Zusammenfassung Mit Aufnahme der Olfaktorischen Referenzstörung (ORS) in die ICD-11 erhöht sich die Dringlichkeit, störungsaufrechterhaltende Faktoren zu identifizieren und zu verstehen. Im ersten publizierten kognitiv-behavioralen Störungsmodell fehlen bisher ausreichende wissenschaftliche Belege für die Integration von störungsspezifischen Kognitionen und Verhaltensweisen. Ziel der Studie ist eine explorative Analyse störungsspezifischer Kognitionen und störungsspezifischen Verhaltens in zwischenmenschlichen Situationen unter Verwendung der Reflexive Grounded Theory. Innerhalb der Hochschulambulanz einer Universität wurden halbstrukturierte, narrative Interviews mit N = 4 Personen mit gesicherter ORS-Diagnose durchgeführt. Die Analyse und Kontrastierung der Interview-Transkripte ergab die drei Oberkategorien Subjektiver Kontrollverlust, Erwartete soziale Ablehnung und Kognitive Dissonanz zur Beschreibung störungsspezifischer Kognitionen. Störungsspezifisches Verhalten konnte in die vier Oberkategorien Sicherheitsverhalten zur Beeinflussung des Geruchs, Zwischenmenschliches Sicherheitsverhalten, Vermeidung von potenziell negativem Feedback und Inkaufnahme s ozialer Kosten zusammengefasst werden. Zusätzlich wurde die Oberkategorie Emotionen gebildet. Aus den Kategorien wurde ein Aufrechterhaltungsmodell erstellt, welches die einzelnen Faktoren zueinander in Beziehung setzt. Die Ergebnisse können das bestehende kognitiv-behaviorale Störungsmodell erweitern. Außerdem ergeben sich therapeutische Ansätze zur Behandlung der ORS. Weitere Forschung ist nötig, um die Beziehung der Faktoren zueinander zu validieren.

Formato de cita

MÜNKEL, Wiebke; GROCHOLEWSKI, A. Kognitionen und verhalten bei olfaktorischer referenzstörung. PSYCHOTHERAPIE, 2026, 71(4): 267–274.