J. G. Kuipers, Ingo Arnold
2026.4.1AKTUELLE RHEUMATOLOGIE
Abstract
Sehr geehrte Damen und Herrn, liebe Kolleginnen und Kollegen, wir freuen uns sehr in dieser Ausgabe der Aktuellen Rheumatologie den aktuellen Stand des Wissens zum Thema „Osteoarthrose“ vorzulegen. Osteoarthrose (OA), im angelsächsischen Bereich „Osteoarthritis“ genannt, ist eine multifaktoriell bedingte Erkrankung, die aktuell fast jeden sechsten Über-30-jährigen der Weltbevölkerung betrifft. Die Ursachen und Erscheinungsformen sind vielfältig und spannen sich von der genetisch bedingten Polyarthrose über posttraumatische Arthrosen bis hin zur Adipositas mitverursachten Gonarthrose - um nur einige Beispiele zu nennen. Da Alter ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Osteoarthrose ist, bedingt der demographische Wandel der Industrienationen einen weiteren, erheblichen Anstieg der Prävalenz mit einer projektierten möglichen Verdopplung der weltweiten Prävalenz bis 2050. Wenn durch OA das Gelenk schließlich versagt, bleibt nur noch der endoprothetische Gelenkersatz. Mit nach aktuellen EPRD-Daten (Endoprothesenregister Deutschland) > 400.000 endoprothetischen Eingriffen an Hüft- und Kniegelenk (davon die Majorität bei OA) entstehen allein in Deutschland ca. 2,5–3,5 Mrd. Euro direkte Kosten pro Jahr für den Gelenk-Ersatz. Osteoarthrose ist nicht gleich Gelenkverschleiß! Unter dieser pointierten Überschrift präsentiert Dr. Ingo Arnold eine umfassende Zusammenstellung der zahlreichen identifizierten und wissenschaftlich untersuchten, pathophysiologischen Mechanismen, die die Osteoarthrose bedingen bzw. im Krankheitsverlauf prägen, und erklärt uns, warum der Entzündungsprozess-implizierende angelsächsische Terminus „Osteoarthritis“ besser gewählt ist als der deutsche Ausdruck „Arthrose“. Vorrangiges Ziel sollte die frühe Diagnose, prophylaktische Maßnahmen und die konservative (symptomorientierte) Therapie sein. Operative Maßnahmen und insbesondere der Gelenkersatz sind ein wesentlicher Bestandteil des Portfolios, sollten aber restriktiv und nur bei begründeter Indikation eingesetzt werden. Der operative Gelenkersatz ist dabei letztlich Ausdruck des Versagens der vorgeschalteten konservativen Therapie. Dr. Jakob Mann et al. präsentieren neben einer Einführung in die Diagnostik das große Spektrum konservativer und operativer Maßnahmen und bewerten evidenzbasiert die verschiedenen Therapieformen. Bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wurden in den letzten beiden Jahrzehnten enorme Fortschritte in der Entwicklung krankheitsmodifizierender Medikamente und Therapiestrategien gemacht. Gibt es Hoffnung, dass zeitnah neue und möglicherweise OA-progressionshemmende Medikamente sogenannte „Disease modifying osteoarthritis drugs“ (DMOAD) verfügbar werden? Dieser wichtigen Frage gehen Dr. Reza Sorbi und Kollegen in ihrem Review detailliert nach. Noch sind DMOAD nicht verfügbar, aber erste vielversprechende Ansätze zeichnen sich ab. Bleiben wir alle gemeinsam weiterhin am Ball für unsere Patientinnen und Patienten, damit nicht das Versagen des Gelenkes und damit die Endoprothese das häufige Resultat der Osteoarthrose wird! Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern viel Freude und neue Erkenntnisse bei der Lektüre! Mit herzlichen kollegialen Grüßen Ihre Ingo Arnold und Jens Gert Kuipers Publication History Article published online: 23 April 2026 © 2026. Thieme. All rights reserved. Georg Thieme Verlag KG Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany
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KUIPERS, J. G.; ARNOLD, Ingo. Osteoarthrose/osteoarthritis – failure is not an option! AKTUELLE RHEUMATOLOGIE, 2026, 51(02): 53–53.