A. Janssen, Mark-Oliver Rödel
Abstract
Bahnstrecken sind ein wichtiger Sekundärlebensraum der Zauneidechse. Um mehr über die Raumnutzung von Zauneidechsen in diesem Lebensraum zu erfahren, haben wir adulte Individuen während verschiedener Jahreszeiten an einer Bahnstrecke in Brandenburg besendert und ihre Aktionsräume analysiert. Zudem haben wir die Temperatur in verschiedenen Teilhabitaten der Echsen gemessen. Zauneidechsen nutzten im Frühjahr sehr kleine Aktionsräume von rund 50 m2, im Sommer vergrößerten sich diese auf rund 300 m2. Im Spätsommer stellten die Tiere ihre Aktivität schrittweise ein. Die Temperaturmessungen sowie die Fundpunkte der besenderten Tiere zeigten, dass der Bahngleisschotter, insbesondere im Sommer, gute Eigenschaften als Schlafplatz bietet. Während warmer Sommertage erwärmen sich Gleis und Randweg jedoch stark, weshalb Zauneidechsen tagsüber kühlere Bereiche an Böschung und Waldrand aufsuchten. Die Analyse der Temperatur in Schotter, Böschung und Wald während des Winters ergab, dass der Waldboden am besten isoliert war und auch bei anhaltend kalten Lufttemperaturen nicht durchfror. Er wurde nachweislich als Winterquartier genutzt. In der Böschung überwinterten gemäß unserer Analyse die meisten Tiere des Untersuchungsgebiets. Der Schotter bot erst in der Tiefe ausreichend Schutz vor Frost und wurde von einzelnen Zauneidechsen ebenfalls für die Überwinterung genutzt. Die Daten zeigen, dass insbesondere baubedingte Eingriffe in die Böschung ganzjährig eine Beeinträchtigung von Zauneidechsen darstellen können.
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JANSSEN, A.; RÖDEL, Mark-Oliver. Zauneidechsen am bahngleis. Naturschutz und Landschaftsplanung, 2026, 58(5): 14–23.