Ecology, Conservation, and Geographical StudiesInternational Human Rights and Reproductive LawAnimal and Plant Science Education

Violetta Färber, J. Baumeister, A. Johst, H. Schumacher

2026.5.4Naturschutz und Landschaftsplanung

DOI: 10.1399/nul.224568

Abstract

Wildnis leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt, zum Klima- und Hochwasserschutz, zu Wissenschaft und Forschung sowie zu Bildung und Naturerleben. Die Nationale Strategie zur Biologische Vielfalt 2030 (NBS 2030) formuliert das Ziel, auf mindestens 2 % der Landesfläche Deutschlands (terrestrische Fläche ohne Meeres- und Wattgebiete) großflächige Wildnisgebiete zu schaffen. Als „großflächig“ gelten Wildnisgebiete, wenn sie mindestens 1.000 ha umfassen (bei Auen, Mooren, Küsten und Seen 500 ha). Die Heinz Sielmann Stiftung, die Naturstiftung David und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt haben im Jahr 2024 erstmalig alle bestehenden und möglichen zukünftigen großen Wildnisgebiete nach einheitlichen Kriterien erfasst und bilanziert. Auf Grundlage der 2018 zwischen Bundesumweltministerium, Bundesamt für Na- turschutz und Länderfachbehörden abgestimmten Qualitätskriterien für Wildnisgebiete können 0,62 % der Landesfläche Deutschlands als großflächige Wildnisgebiete bezeichnet werden. Unter Hinzunahme von in den nächsten Jahren konkret geplanten Wildnisgebieten erhöht sich der Wert auf 0,73 %. Hochrechnungen des theoretischen Potenzials zeigen, dass das Zwei-Prozent-Wildnisziel in Deutschland grundsätzlich erreichbar ist. Das Projekt diente auch als Plausibilitätsprüfung für die von Bund und Ländern entwickelten Qualitätskriterien für großflächige Wildnisgebiete. Diese haben sich grundsätzlich bewährt. Die Verteilung der großflächigen Wildnisgebiete in Deutschland und weitere wichtige Informationen zu diesen sind auf der Website „Wildnis in Deutschland“ unter http://www.wildnisindeutschland.de abrufbar.

Citation format

FÄRBER, Violetta, et al. Großflächige wildnisgebiete in deutschland. Naturschutz und Landschaftsplanung, 2026, 58(5): 24–31.