Silvia Kube, Nico Ruhara, Miriam Kolter, Claudia Mehl, Alexander Schubmann, Lina Weber, M. Reinhold, R. Banse

2026.4.9Forensische Psychiatrie Psychologie Kriminologie

DOI: 10.1007/s11757-026-00935-5

Abstract

Zusammenfassung Zur Verbesserung der Qualität der forensischen Praxis und zur Erleichterung von Evaluationen wurde die Behandlungsdokumentation in der psychotherapeutischen Fachambulanz des Strafvollzugs in Nürnberg/Regensburg systematisiert. Dazu wurde die Dokumentationsvorlage neu strukturiert und durch Stichwortlisten zu Methoden, Risiko- und Ansprechbarkeitsfaktoren ergänzt. Die auf zwei Folgestudien aufgeteilte Prozessevaluation dieser Maßnahme umfasste eine Kodierung von insgesamt 816 Sitzungsdokumentationen hinsichtlich der Umsetzung dieser Änderungen als auch die Befragung von 20 Therapeut*innen zu 3 Zeitpunkten. Die Rückmeldungen der Therapeut*innen zur überarbeiteten Dokumentationsvorlage und den Stichwortlisten fielen sowohl für die Umsetzbarkeit als auch die Verbesserung der Standardisierung und Qualität der Dokumentationen positiv aus. Die Kodierung der einzelnen Sitzungsdokumentationen bestätigte signifikante Verbesserungen hinsichtlich der eindeutigen und auffindbaren Benennung der therapeutischen Interventionsmethode, des Themas der Sitzung sowie des adressierten Risiko- oder Ansprechbarkeitsfaktors. Direkte positive Einflüsse auf den Praxisalltag deuteten sich an, sollten aber in Zukunft noch eingehender untersucht werden. Insgesamt blieb das Dokumentieren individuell, führte jedoch durch das Integrieren von standardisierten Stichworten zu einer verbesserten Datenbasis für die therapeutische Praxis sowie zukünftige (komponentenspezifische) Wirksamkeitsevaluationen.

Citation format

KUBE, Silvia, et al. Optimierung der dokumentationsqualität in einer forensischen fachambulanz: Ergebnisse eines evaluationsprojekts. Forensische Psychiatrie Psychologie Kriminologie, 2026.