E. Schneck, M. Markmann, Annahita Bahadori, Emmanuella Iyoha, F. Oehmke, R. Axt-Fliedner, A. Wolter, M. Lüdemann, T. Zajonz, M. Müller
2026.5.7Anaesthesiologie
Abstract
Zusammenfassung Einleitung Mit der steigenden Zahl Erwachsener mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) in Deutschland nimmt auch die Zahl schwangerer EMAH-Patientinnen zu, was anästhesiologische und geburtshilfliche Teams zunehmend vor komplexe Herausforderungen stellt. Diese Studie untersucht anästhesiologische Managementstrategien und postoperative Versorgungsanforderungen bei EMAH-Patientinnen, die in einem tertiären Versorgungszentrum behandelt wurden. Methoden Diese retrospektive monozentrische Studie umfasste EMAH-Patientinnen, die zwischen 2004 und 2023 eine Anästhesie für eine Entbindung, einen Kaiserschnitt oder eine geburtshilfliche Operation erhielten. Es erfolgte ein 1:2-Matching auf ausgewählte klinische Basisvariablen mit geburtshilflichen Patientinnen ohne angeborenen Herzfehler zur deskriptiven Einordnung. Ergebnisse Insgesamt wurden 391 Fälle in die Studie eingeschlossen, davon 131 EMAH-Fälle und 260 Fälle der Vergleichsgruppe (VG) (mWHO I: 44,2 %, mWHO II: 23,8 %, mWHO II-III: 20,5 %, mWHO III und IV: 11,5 %). Spinal- und Epiduralanästhesien wurden signifikant häufiger bei Patientinnen mit niedrigeren mWHO-Klassen eingesetzt ( p = 0,017). Alle mWHO IV-Patientinnen benötigten eine Allgemeinanästhesie durch Anästhesisten mit Erfahrung in der Kardioanästhesie. Postoperativ wurden EMAH-Patientinnen signifikant häufiger intensivmedizinisch betreut (ITS: 6,6 % vs. 1,6 %, p = 0,02; IMC: 13,9 % vs. 3,7 %, p < 0,001). Insgesamt war die anästhesiologische Komplikationsrate niedrig und mit der VG vergleichbar. Diskussion Eine geburtshilfliche Anästhesie mit niedrigen mütterlichen Komplikationsraten war auch bei EMAH-Patientinnen mit hoher Erkrankungsschwere möglich. Alle Anästhesieverfahren erwiesen sich als durchführbar, wenn sie an das Risikoprofil angepasst wurden.
Citation format
SCHNECK, E., et al. [Monocentric cohort analysis of anaesthesiological management of pregnant women with congenital heart disease]. Anaesthesiologie, 2026, 75(7): 473–486.