Patrick Witzak, Markus Hertwig, Anna Frisone, Federico Fuchs, Marco Hauptmeier, M. Kahmann
Abstract
Der Brexit hat erhebliche Auswirkungen auf Europäische Betriebsräte in multinationalen Unternehmen mit Niederlassungen im Vereinigten Königreich. Diese international vergleichende Fallstudie untersucht diese Auswirkungen anhand von 60 Fällen mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse, ergänzt durch quantifizierende Elemente zur Erstellung von deskriptiven Statistiken. Aufbauend auf Institutionentheorien sowie akteursbezogenen und strukturbezogenen Faktoren aus der bisherigen EBR-Forschung wurde der Schwerpunkt auf die (Neu-)Verhandlungen von Vereinbarungen und die damit verbundenen institutionellen Veränderungen durch den Brexit und insbesondere ein Fokus auf Deutschland gelegt. In den meisten Fällen blieb der EBR stabil, in einigen jedoch kam es zu Beschränkungen oder Ausschlüssen britischer Vertreter. Hierbei verdeutlichten sich zwei grundlegende Verhandlungsmuster, die sich unterscheiden: Stabilitätsfälle, in denen beide Seiten den EBR erhalten wollten, und konfliktreiche Verhandlungen, geprägt von widerstreitenden Interessen und Machtasymmetrien. Zentral für das Verhandlungsergebnis sind Faktoren wie nationale Institutionen, die Haltung der Unternehmensleitung, die Bedeutung britischer Standorte für die Gesamtstruktur des Unternehmens sowie das Engagement der Arbeitnehmervertreter*innen.
Citation format
WITZAK, Patrick, et al. Institutioneller wandel und stabilität in transnationalen interessenvertretungen. der brexit und verhandlungen über regulatorische änderungen in europäischen betriebsräten. Industrielle Beziehungen, 2025.