Health and Medical StudiesPsychology, Coaching, and TherapyChild and Adolescent Psychosocial and Emotional Development

R. Gutzweiler, Christin Backhaus, T. In-Albon, Andrea Kircher

2026.5.5ZEITSCHRIFT FUR KLINISCHE PSYCHOLOGIE UND PSYCHOTHERAPIE

DOI: 10.1026/1616-3443/a000866

Abstract

Zusammenfassung: Theoretischer Hintergrund: Die COVID-19-Pandemie führte zu deutlichen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Multiple Barrieren erschweren den Zugang zu professioneller Hilfe, weshalb niedrigschwellige Angebote im Sinne des Stepped Care-Ansatzes notwendig sind. Fragestellung: Die Akzeptanz einer psychotherapeutischen Beratung, die Beratungsanlässe und durchgeführte Interventionen wurden untersucht. Methode: 143 Kinder und Jugendliche ( M = 13.47 Jahre, SD = 2.83, Range: 6 – 19) nahmen an 322 Beratungssitzungen teil, die von fünf Beraterinnen durchgeführt wurden. Die Beratungsprotokolle wurden hinsichtlich des Vorstellungsgrunds und der darauffolgenden Interventionen untersucht. Ergebnisse: Die Beratung wurde überwiegend als hilfreich empfunden. Die Teilnehmenden fühlten sich verstanden und ernst genommen. Die häufigsten Belastungen waren Ängste (50 %, n = 72), depressive Symptome (43 %, n = 62) und familiäre Probleme (36 %, n = 51). Häufig wurden Mehrfachbelastungen genannt ( M = 3.59, SD = 2.21, Range: 1 – 11 Belastungen). Die eingesetzten Interventionen waren ressourcenorientiert und umfassten praktische Tipps zum Umgang mit Problemen sowie Verweise auf ergänzende Hilfemaßnahmen. Schlussfolgerung: Die Rückmeldung der Teilnehmenden, die zumeist wiederholte Inanspruchnahme und der Beratungsbedarf verdeutlichen die Bedeutung des niedrigschwelligen Beratungsangebotes.

Citation format

GUTZWEILER, R., et al. Akzeptanz und inhalte einer kostenfreien und anonymen psychotherapeutischen beratung für kinder und jugendliche. ZEITSCHRIFT FUR KLINISCHE PSYCHOLOGIE UND PSYCHOTHERAPIE, 2026, 55(2): 78–88.