E. J. Kubosch, Anja Hirschmüller
Résumé
Tendinopathien stellen ein im Sport häufig auftretendes Beschwerdebild mit zum Teil erheblichen Einschränkungen der sportlichen Leistungsfähigkeit mit steigender Prävalenz dar. In den bisherigen Betrachtungen werden geschlechtsspezifische Besonderheiten selten berücksichtigt, während neuere Erkenntnisse geschlechtsspezifische Unterschiede der Sehnenanatomie, -biologie und -biomechanik nahelegen. Bestimmte Tendinopathien weisen geschlechtsspezifische Häufungen auf, die mit intrinsischen Faktoren wie Achsabweichungen, differierenden neuromuskulären Ansteuerungsmustern und hormonellen Einflussfaktoren in Verbindung gebracht werden. Auch das akute mechanische Verhalten- sowie die physiologischen Reaktionen auf kurzfristige Belastungen von Sehnen sowie die mittel- und langfristigen morphologischen und mechanischen Anpassungen an Belastung unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern. Dies lässt ein geschlechtsspezifisches Verletzungsrisiko für Sehnen und eine möglicherweise differente optimale Behandlung zwischen den Geschlechtern vermuten. Während die Datenlage diesbezüglich bislang unzureichend ist, belegen eine Reihe von präklinischen und klinischen Daten den bestehenden Data Gender Gap im Bereich der Sehnenpathologien sowie deren optimalen Behandlungsmöglichkeiten. Geschlechtssensible Studienkonzeptionen zur Optimierung von präventiven und patientenzentrierten gendersensiblen Behandlungsoptionen von Sehnenpathologien sind daher wünschenswert. Tendinopathies are a common complaint in sports, sometimes causing significant limitations in athletic performance, and their prevalence is increasing. In previous considerations, gender-specific characteristics have rarely been taken into account, but recent findings suggest gender-specific differences in tendon anatomy, biology and biomechanics. Certain tendinopathies show gender-specific clusters that are associated with intrinsic factors such as axial deviations, differing neuromuscular control patterns and hormonal influences. The acute mechanical behaviour and physiological responses to short-term stress on tendons, as well as the medium- and long-term morphological and mechanical adaptations to stress, also differ between the sexes. This suggests a gender-specific risk of injury to tendons and a potentially different optimal treatment between the sexes. While the data available in this regard is currently insufficient, a number of preclinical and clinical data confirm the existing data gender gap in the field of tendon pathologies and their optimal treatment options. Gender-sensitive study designs for the optimisation of preventive and patient-centred gender-sensitive treatment options for tendon pathologies are therefore desirable.
Format de citation
KUBOSCH, E. J.; HIRSCHMÜLLER, Anja. Besonderheiten von tendinopathien bei athletinnen. Sports Orthopaedics and Traumatology, 2026, 42(1): 13–20.