Tunneling and Rock MechanicsGeotechnical Engineering and AnalysisCivil and Structural Engineering Research

T. Sattler, Kurosch Thuro

2026.3.1Geotechnik

DOI: 10.1002/gete.70020

Abstract

Während der Bohrbarkeit im Tunnelbau in den letzten Jahrzehnten zunehmend Beachtung geschenkt wurde, blieb das Drehbohrverfahren zur Pfahlherstellung in diesem Zusammenhang in der Forschung weitgehend unbeachtet. Der vorliegende Bericht beschäftigt sich deshalb mit der systematischen Erfassung der Bohrbarkeit bei Bohrpfählen – ein Thema, das in der Baupraxis entscheidend für den Projekterfolg sein kann. Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die Zusammenhänge zwischen geologischen und geotechnischen Einflussgrößen und der Bohrbarkeit, welche anhand mehrerer Praxisbeispiele untersucht wurden. Die Analyse der Fallstudien zeigt, dass geologische und geotechnische Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf die erreichbare Bohrleistung und den Werkzeugverschleiß haben. Dabei sind erhebliche Leistungsunterschiede für das Bohrwerkzeug und die Verrohrung erkennbar, insbesondere bei der differenzierten Betrachtung der Bohrbarkeit von intaktem Gestein im Vergleich zum Gebirgsverband. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden Verschleiß‐Klassifikationen für die Werkzeuge vorgestellt – darunter erstmals eine eigene Klassifikation für Wechselstollen. Die vorgestellten Ansätze leisten einen Beitrag zur Berücksichtigung bohrbarkeitsrelevanter Faktoren in der Baupraxis – und zwar bereits ab Projektbeginn als ausschlaggebende Planungsparameter, nicht erst im Rahmen der Ausführung, wenn die Bohrbarkeit als kritischer Engpass erkannt wird.

Citation format

SATTLER, T.; THURO, Kurosch. Geologisch‐geotechnische einflussfaktoren auf die bohrbarkeit bei bohrpfählen in festgestein. Geotechnik, 2026, 49(1): 40–53.