Alkaline Phosphatase Research StudiesBone health and osteoporosis researchHeterotopic Ossification and Related Conditions

F. Genest, L. Seefried

2026.2.1Osteologie

DOI: 10.1055/a-2765-8865

Abstract

Zusammenfassung Die Hypophosphatasie (HPP) ist eine genetisch bedingte Systemerkrankung, die durch eine verminderte Aktivität der gewebsunspezifischen alkalischen Phosphatase (TNSALP) gekennzeichnet ist. Die daraus resultierende Akkumulation ihrer Substrate führt zu einer beeinträchtigten Knochenmineralisation und kann daneben muskuläre, neurologische, gastrointestinale sowie unspezifische systemische Beschwerden verursachen. Bei Erwachsenen reicht das klinische Spektrum von chronischen Schmerzen, Fatigue und eingeschränkter Muskelkraft bis hin zu Pseudofrakturen und im Einzelfall verzögerter Frakturheilung; zugleich sind asymptomatische Verläufe trotz genetischer Variante möglich. Mit Asfotase alfa steht seit 2015 erstmals eine kausale Therapie für Betroffene mit pädiatrischem Krankheitsbeginn und signifikanter Skelettmanifestation zur Verfügung. Sie verbessert die Knochenmineralisation und Frakturheilung und führt damit zu einer Steigerung von Mobilität, körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Mildere oder spätmanifeste Verläufe erfordern hingegen überwiegend ein multimodales, symptom- und funktionsorientiertes Management, das gezielte Physiotherapie, physikalische Maßnahmen und eine strukturierte Schmerztherapie umfasst. Osteoanabole Strategien können bei begleitender Osteoporose erwogen werden, sind jedoch nicht zur Behandlung der Grunderkrankung etabliert. Operative Eingriffe sollten aufgrund der eingeschränkten Knochenqualität nur nach sorgfältiger Planung und metabolischer Vorbereitung erfolgen, um Komplikationen zu minimieren. Insgesamt ist ein interdisziplinäres, individuell abgestimmtes Therapiekonzept entscheidend, um Funktion, Mobilität und Lebensqualität erwachsener HPP-Betroffener langfristig zu erhalten.

Citation format

GENEST, F.; SEEFRIED, L. Therapie und management der hypophosphatasie im erwachsenenalter: Differenzierte therapieansätze in abhängigkeit vom krankheitsverlauf. Osteologie, 2026, 35(01): 18–24.