Tjado Voß, K. Voss
2026.2.1Bauphysik
Abstract
Der vom Klimawandel verursachte Temperaturanstieg führt im Sommer zu wachsenden Herausforderungen, in Gebäuden angemessene thermische Bedingungen zu bieten. Neben verbesserten Verschattungs‐ und Lüftungsmaßnahmen bietet die Erhöhung der Luftbewegung im unmittelbaren Personenumfeld eine weitere Möglichkeit, den thermischen Komfort zu verbessern. Verbunden mit einer individuellen Steuerbarkeit können gemäß DIN EN ISO 7730:2006‐05 die als angenehm empfundenen Temperaturen damit um bis zu 3 K erhöht werden. Arbeitsplatzbezogene Deckenventilatoren sind geeignet, diese Bedingungen an Büroarbeitsplätzen herzustellen. Sie sind vor allem dann sinnvoll, wenn passive Maßnahmen nicht ausreichen. Dies ist bei vielen Bestandsgebäuden ohne aktive Kühlung der Fall. Bei solchen Gebäuden finden sich häufig nicht abgehängte Massivdecken, um deren thermische Speicherfähigkeit zur Dämpfung der Raumtemperaturamplituden zu nutzen. Daher bietet es sich an, Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas mit solchen für eine bessere Raumakustik zu verbinden. Daraus wurde an der Universität Wuppertal ein Systemkonzept entwickelt, bei dem Deckenventilatoren in abgehängte Akustikpaneele integriert sind. Prototypen wurden in einem Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Industriepartnern entwickelt und getestet. Der vorliegende Beitrag enthält die Ergebnisse von Strömungsfeldmessungen und Raumklimauntersuchungen in damit ausgestatteten Musterräumen. Darüber hinaus wurde das Potenzial zur Verbesserung der Nachtlüftung durch den zusätzlichen Betrieb der Deckenventilatoren experimentell untersucht. Die Ergebnisse zeigen die Wirksamkeit des Systemkonzeptes. Im Rahmen eines Sanierungsprojekts wurden 180 Arbeitsplätze in einem Verwaltungsgebäude mit diesem System ausgestattet.
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VOSS, Tjado; VOSS, K. Arbeitsplatzbezogene deckenventilatoren zur verbesserung des thermischen komforts im sommer. Bauphysik, 2026, 48(1): 27–37.