A. Rakow, Sabrina Erdmann, Willi Wagner, M. Horter, S. Lebek
2026.2.1Fuss und Sprunggelenk
Abstract
Zusammenfassung Der flexible Pes planovalgus (PPV) tritt im Kindesalter sehr häufig auf, zumeist als physiologisches Stadium der Fußentwicklung muskuloskelettal Gesunder vor Abschluss des zehnten Lebensjahres. Das Fehlen einer einheitlichen Definition dieser Fußstellung bedingt allerdings Unschärfe in der Differenzierung altersentsprechender Normalbefunde von den deutlich selteneren, therapiebedürfenden Deformitäten, was Eltern und Ärzte mitunter verunsichert und themenbezogene Forschung erschwert. Ein Krankheitswert und somit die Indikation zu therapeutischen Maßnahmen bestehen bei einem flexiblen PPV bei neuromuskulär gesunden Kindern altersübergreifend ausschließlich, wenn dieser Beschwerden und/oder Funktionsdefizite verursacht. Anamnese und klinische Untersuchung sind daher maßgeblich für die Therapieentscheidung. Bildgebende Diagnostik sollte selektiv nur bei symptomatischen Patienten zum Einsatz kommen, wenn unter Beachtung des Patientenalters und der klinischen Präsentation die Indikation zu einer operativen Therapie besteht bzw. geprüft werden muss. Während nämlich der Nutzen minimal-invasiver operativer Verfahren zur Behandlung symptomatischer flexibler PPV im Kindesalter inzwischen wissenschaftlich belegt ist, fehlt es weiterhin an valider Evidenz für signifikante prognostische Vorteile für neuromuskulär gesunde Betroffene durch Physiotherapie und/oder die Nutzung von Einlagen. Die korrekte Indikationsstellung vorausgesetzt, ist die Prognose des flexiblen PPV im Kindesalter sowohl bei konservativem Vorgehen, d.h. Verzicht auf jegliche Therapie, als auch bei Anwendung standardisierter operativer Verfahren gut.
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RAKOW, A., et al. Der flexible pes planovalgus im kindes- und jugendalter – diagnostik und therapie. Fuss und Sprunggelenk, 2026, 24(1): 39–53.