Yvonne Anders, Mareike Kunter, M. Brunner, S. Krauss, J. Baumert
tlooto Summary
Math teachers' diagnostic skills affect student performance, with higher abilities linked to better cognitive engagement.
Abstract
Die vorliegende Studie untersucht diagnostische Fahigkeiten von Mathematiklehrkraften der Sekundarstufe sowie die Zusammenhange zwischen diagnostischen Fahigkeiten, Unterrichtsqualitat und den Leistungen der Schulerinnen und Schuler. Die Stichprobe von 155 Mathematiklehrkraften und deren Klassen mit insgesamt 3483 Schulerinnen und Schulern, die zu zwei Messzeitpunkten (am Ende der 9. und 10. Jahrgangsstufe) untersucht wurden, entstammt dem Projekt COACTIV. Diagnostische Fahigkeiten wurden anhand des aufgabenbezogenen Urteilsfehlers und der diagnostischen Sensitivitat (Rangkomponente) untersucht. Unterrichtsqualitat wurde durch das kognitive Aktivierungspotenzial der gestellten Klassenarbeitsaufgaben erhoben. Es zeigte sich, dass Lehrkrafte die Losungshaufigkeit spezifischer Aufgaben in der eigenen Klasse oftmals uberschatzen, der Median der Rangkomponente liegt bei r=0.32. Eine hohere Fahigkeit, das Schwierigkeitsniveau einzelner Aufgaben einzuschatzen, geht auch mit einem hoheren kognitiven Aktivierungspotenzial der Aufgaben einher. Beide Indikatoren diagnostischer Fahigkeiten stehen - bei Kontrolle relevanter Eingangsvoraussetzungen der Schuler (Mathematik- und Leseleistung im Vorjahr, allgemeine kognitive Fahigkeiten etc.) - in signifikantem Zusammenhang mit den Leistungen der Klassen.
Citation format
ANDERS, Yvonne, et al. Diagnostische fähigkeiten von mathematiklehrkräften und ihre auswirkungen auf die leistungen ihrer schülerinnen und schüler. PSYCHOLOGIE IN ERZIEHUNG UND UNTERRICHT, 2010, 57: 175–193.