Arts and HumanitiesImmunology and Microbiology
DOI: 10.7788/ha-2014-0309

tlooto Summary

Researchers discuss the concept of radiophonie, exploring its boundaries and implications for understanding soundscapes and sonic environments.

Abstract

planungen zur erforschung wissenschaftlicher Felder müssen strategisch mit schnittund leerstellen operieren, um zu markieren, welche Fragen auf der grundlage gesicherter Forschungen offen und relevant sind. ein Forschungsprojekt unter dem signet der radiophonie, wie es hier skizziert werden soll, könnte aber daran havarieren, zu viel unbekanntes, nicht-Definiertes, interdisziplinär erst zu Klärendes vorauszusetzen. Das risiko setzt mit dem Begriff der radiophonie selbst ein, der im deutschen sprachraum bisher wenig gebräuchlich ist, und kulminiert im problem, dass es für akustische Quellen und musikalische Dokumente inzwischen zwar belastbare formale Methoden der Analyse gibt, hingegen kaum systematisch definierte grenzen der untersuchungsgegenstände. seit wann gehört ein Materialgeräusch des instruments zur Komposition? Wozu gehört das geräusch, das der Wind auf einem Mikrophon produziert? Was wäre der Hintergrund eines Hintergrundgeräusches? Was ist das Scape des Soundscape? Was als Klangraum, Klanglandschaft, Soundscape, sonic environment, espace sonore gilt, was ihn begrenzt, wird unterschiedlich verhandelt. Darauf verweisen bereits die kulturell spezifischen Bezeichnungen. Die unterscheidung von einzelnem Klangereignis und einem größeren schallund Hörraum ist jedoch eine historisch instabile, die zudem von ingenieuren, elektroakustikern, Musikern, Musikwissenschaftlern oder Medientheoretikern je anders getroffen wird. Akustisches, das über das semantische der sprache, die musikalische struktur von Klängen und die technische oder dramaturgische unterscheidung von nachricht und rauschen hinausschießt, das als geräusch, interferenz, statische störung oder symptomatisches einer stimme und menschlicher physis Form und sinn eines Werkes irritiert, wird nach Maßgabe konventioneller Akustik technisch unterdrückt und hermeneutisch ignoriert. Der Begriff der radiophonie, der sich im Zuge der experimente von pierre schaeffer beim Office de Radiodiffusion-Télévision Française, RTF, im frankophonen raum

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HOLL, Ute. Radiophonie. Historische Anthropologie, 2014, 22: 426–435.