LORYMA VE KARIA CHERSONESOS’UNUN YERLEŞİM SİSTEMİ

Winfried Held

2005.11.1OLBA

Abstract

Die Karische Chersones ist mit Knidos und Rhodos zwei bedeutenden griechischen Poleis benachbart, weist jedoch eine ganz unterschiedliche Siedlungsstruktur auf. Die griechischen Poleis besitzen ein stadtisches Zentrum, umgeben von der landwirtschaftlich genutzten Chora. Auf der karischen Chersones haben wir stattdessen etwa zehn kleinere, ummauerte Siedlungen. Die bisherige Forschung zog aus dem Fehlen eines Zentrums den Schlus, das diese Siedlungen zu Rhodos oder zu Knidos gehort haben mussen. Dies gilt aber erst fur die hellenistische Epoche, als die Chersones Teil der Rhodischen Peraia wurde. Davor war die Chersones eine politisch eigenstandische Einheit, die im Rahmen des karischen Bundessystems zu verstehen ist. Die Siedlungen waren im regionalen Bund der Chersonesier zusammengeschlossen, der inschriftlich bezeugt ist, eigene Munzen pragte und als Einheit Tribut an den attischen Seebund entrichtete. Die Chersonesier waren wiederum Mitglieder im Bund der Karer, in dem alle Karer zusammengeschlossen waren. Die einzelnen Siedlungen der Chersones waren ebenfalls als lokale Bunde organisiert, so das sich eine Bundesstruktur auf drei Ebenen rekonstruieren last. Auf der karischen Chersones gelang es erstmals, die Struktur eines karischen Bundes archaologisch nachzuvollziehen. In der Siedlung Loryma konnten zwei Orte von politischer Bedeutung identifiziert werden: zum einen die Agora mit der Residenz des lokalen Dynasten und einer Halle, zum anderen das auserhalb gelegene Apollonheiligtum, wo Inschriften und Ehrenstatuen errichtet worden sind. Die Chersones hatte als politische Versammlungsorte zwei Heiligtumer, K›ran Golu und Kastabos. Beide verfugen uber eine theaterartige Cavea, die fur solche Versammlungen geeignet war.

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HELD, Winfried. LORYMA VE KARIA CHERSONESOS’UNUN YERLEŞİM SİSTEMİ. OLBA, 2005: 77–100.