Arts and Humanities

W. Hübner

1984.12.31ANTIKE UND ABENDLAND

DOI: 10.1515/9783110241426.154

tlooto Summary

A 1984 article exploring how humans attribute human-like qualities to animals in literature and culture, challenging traditional ethological views.

Abstract

Der Fortschritt von «Brehms Tierleben» zu «Grzimeks Tierleben» beruht nicht nur auf dem großen Erfolg der Ethologie, der zoologischen Verhaltensforschung der letzten Jahrzehnte, sondern auch auf der methodischen Einsicht, daß man sich davor zu hüten habe, menschliche Gedanken und menschliche Gefühle in das Tier hineinzulesen, um dann daraus rückwirkend abzuleiten, daß das Verhalten wenigstens der höheren Tiere von Vernunft und Moral geleitet sei. Dabei findet sich die Wechselwirkung zwischen einer vermenschlichten Tierwelt und einer tierhaft gedeuteten Menschen weit in vielen Bereichen: in der Sprache mit ihren Sprichwörtern und Metaphern (mit der Sonderform der Schimpfwörter), in der Dichtung, besonders ihren Tiergleichnissen seit Homer, in Märchen, Fabel und Satire (man denke an Semonides* Weiberjambus), ferner in der römischen Mantik, deren minutiöse Tierbeobachtung ihrerseits die Dichtung beeinflußt hat, in der philosophischen Charakterologie und Physiognomik und schließlich selbst in der Religion, wenn ich an die Seelenwanderungslehre denke, die ebenso auch in der Literatur ihre Spuren hinterlassen hat: in der Metamorphosenliteratur, der menippeischen Satire und dem Roman bis hin zur Konfessionsliteratur. Angesichts der von dem Stoiker Poseidonios und dann wieder von Thomas von Aquin hervorgehobenen Grenzstellung des Menschen zwischen Natur und Geist, angesichts der

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HÜBNER, W. Der mensch in aelians tiergeschichten. ANTIKE UND ABENDLAND, 1984, 30: 154–176.