Open Access

S. Röhr, Felix Müller, F. Jung, C. Apfelbacher, A. Seidler, S. Riedel-Heller

2020.4.27PSYCHIATRISCHE PRAXIS

DOI: 10.1055/a-1159-5562

tlooto Summary

Präventions- and Interventionsansätze zur Reduktion der psychosozialen Folgen sollten integraler Bestandteil des Krisenmanagements unter Pandemiebedingungen sein.

Abstract

Zusammenfassung Ziel der Studie Zusammenschau von Evidenz über psychosoziale Folgen von Quarantänemaßnahmen bei schwerwiegenden Coronavirus-Ausbrüchen vor COVID-19. Entsprechende Erkenntnisse liefern wichtige Bezugspunkte zur COVID-19-Pandemie. Methodik Suche in der MEDLINE-Datenbank nach relevanten Studien bei SARS-CoV- und MERS-CoV-Ausbrüchen. Ergebnisse Insgesamt 13 selektierte Studien beschreiben konsistent psychosoziale Folgen von Quarantänemaßnahmen, darunter Depressivität, Ängstlichkeit, Wut, Stress, posttraumatische Belastung, soziale Isolation, Einsamkeit und Stigmatisierung. Determinanten waren u. a. die Dauer der Quarantäne und Einkommensverluste. Tätige im Gesundheitswesen waren eine besonders vulnerable Gruppe. Schlussfolgerung Quarantänemaßnahmen bei schwerwiegenden Coronavirus-Ausbrüchen haben negative Konsequenzen für die psychosoziale Gesundheit. Präventions- und Interventionsansätze zur Reduktion der psychosozialen Folgen sollten integraler Bestandteil des Krisenmanagements unter Pandemiebedingungen sein.

Citation format

RÖHR, S., et al. Psychosoziale folgen von quarantänemaßnahmen bei schwerwiegenden coronavirus-ausbrüchen: Ein rapid review. PSYCHIATRISCHE PRAXIS, 2020, 47: 179–189.